Stadtkrone Kassel 2007

     "Stadtkrone Kassel 2007" könnte das Motto für eine Neubesinnung auf das ein Drittel der Innenstadt umfassende Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Königsplatz sein, das auf einen neuen Impuls zur Regeneration wartet. Von diesem neuen Impuls ist zu erwarten, dass er auch das Erbe der sechziger und siebziger Jahre frisch und neu miteinbezieht und bearbeitet, so dass es wieder geschätzt werden kann. Das Problemgebiet der Kasseler Innenstadt hat zwei Komponenten: 1. die eine Komponente wirkt als Plateau Richtung Treppenstraße, 2. die andere Komponente wirkt als eine Schrägfläche, Richtung Holländischer Platz. Vom Bahnhofsplatz aus gesehen werden diese beiden Komponenten verdeckt. Das von Grüning gebaute Wohnhochhaus suggeriert in Form einer Kontrabewegung sogar das Gegenteil: es geht hoch, wo die Topographie nach unten verweist. An sich könnte dies eine interessante Form des Gleichgewichts darstellen, wenn es nicht von einem riesigen Kasten flankiert würde, der verhindert, dass man der sich ändernden Topographie gewahr wird. Ab jener Stelle sollte man das Gebiet mit Baukörpern grundsätzlich anders zu bestimmen versuchen. Das Resultat könnte eine Stadtkrone sein, die dem dynamischen Ring von Hochbauten über eine einzige Bewegung eine spiralförmige Eigenschaft verleiht, und das von der anderen Seite aus gesehen (vom Friedrichsplatz) gerade als Steigerung und Verbindung zu dem fünfzehn Etagen hohen EAM-Gebäude, dem heutigen Abschluss der Treppenstraße, wirken könnte. Als Ziel könnte, dem Motiv der Unterneustadt folgend, das Wohnen in der Innenstadt gelten. Ein solcher punktueller Eingriff könnte nicht nur architektonisch die Zweiteilung der Kasseler Innenstadt optisch heilen, auch programmatisch wäre es die geeignete Injektion, um das ganze heute vernachlässigte Viertel neu zu bewerten, zu bewohnen und zu bearbeiten. Zur 11. documenta tragen fünfzig Architekturstudenten aus verschiedenen Ländern Europas Ideen für diese Injektion zusammen.



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